Sehenswürdigkeiten in Edam
Das Edamer Museum
Als erstes, obgleich nicht ältestes Baudenkmal, kann das Rathaus am Damplein 1 genannt werden. Es wurde laut einem Gedenkstein in der Eingangshalle von Jacob Jongh, einem Zimmermannmeister, errichtet. Den ersten Stein legte am 18. Mai 1737 Herr Roelof Boot. Der Rathaussaal, der frühere Schöffensaal, befindet sich größtenteils noch in seinem ursprünglichen Zustand. Die 1738 von W. Rave gemalte Tapete stellt die Krönung von Saul/David und Salomons erstes Urteil dar. In diesem Gebäude befindet sich das Fremdenverkehrsbüro (VVV) von Edam. Im Obergeschoss ist eine Dependance des Edamer Museums untergebracht. Die Hauptsammlung dieses Museums beherbergt das älteste Steinhäuschen Edams am Dam, das etwa aus dem Jahr 1540 stammt. 1895 wurde das Haus restauriert und als Museum eingerichtet. Eine besondere Sehenswürdigkeit im Edamer Museum ist ein Teil des Hauses selbst, der berühmte schwimmende Keller. Diese Idee soll der Legende nach ein Seemann, der das Haus bauen ließ, gehabt haben.
Die Grote Kerk
Die Grote Kerk, dem heiligen Nikolaus, Schutzpatron der Schiffer und Seeleute, gweweiht, wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts als eine Kreuzkirche mit einem Haupt- und schmalen Seitenschiffen erbaut. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Seitenschiffe verbreitert und es entstand eine Hallenkirche. Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde der Chor, der von bescheidener Größe war, abgerissen und durch den heutigen weiträumigen Chor ersetzt. Kurze Zeit später baute man die Bibliothek an. Wie viele Kirchen wurde auch diese von Brand heimgesucht. Das war 1602. Sofort nach der Katastrophe begann der Wiederaufbau. Bei dieser Gelegenheit erhielt die Kirche neue Fenster, für die von vielen Seiten insgesamt 31 prächtige bleiverglaste Scheiben geschenkt wurden, die sich mit den berühmten Fenstern von Gouda messen können. Die Orgel wurde von 1662-1663 von Barent Smit, Organist und Orgelbauer aus Hoorn, gebaut. Nach einer 1962 begonnenen Restaurierung wurden am 25. April 1979 die Instandsetzungsarbeiten mit der offiziellen Einweihung abgeschlossen.
Die Lutherische Kirche
Die Lutherische Kirche in Edam liegt im Zentrum der Stadt, an der „dunklen Seite” des Voorhaven. An genau demselben Platz stand ursprünglich das Stift „Gasthuis van de Heilige Geest" für die Pflege ans Haus gefesselter Armer. Es war etwa um 1400 von einem gewissen Floris van Alcemade gestiftet worden. Später, möglicherweise nach der Reformation, diente das Gebäude als Rathaus. Als die Stadt im Jahr 1737 mit dem Bau eines neuen Rathauses begann, das 1738 an dem 1624 angelegten Damplein fertiggestellt wurde, erhielt die Lutherische Gemeinde das alte Rathaus und ließ auf dem frei werdenden Gelände 1739-1740 eine neue Kirche bauen. Erst im Jahr 1741 wurde die Kirche eingeweiht. Die zwischen angrenzenden Wohnhäusern errichtete Saalkirche hat eine stattliche Vorderfront, versehen mit drei großen Rundbogenfenstern. Die Orgel dieser Kirche wurde von dem bekannten Orgelbauer Bäts aus Utrecht gebaut.
Die römisch-katholische Kirche St. Nicolaas
Ebenfalls am Voorhaven liegt die römisch-katholische Kirche St. Nicolaas. Das ist eine Kirche im so genannten „Waterstaat"-Stil vom Ministerium für Wasserwirtschaft in den Jahren 1824/1825 errichtet, wonach in den Jahren 1846/1857 der Ausbau zu dem heutigen dreischiffigen Kirchengebäude folgte. Mittelschiff, Transept und Priesterchor sind von einem Tonnengewölbe überdeckt, die Seitenschiffe von Kreuzgewölben; weiße Stuckarbeiten bilden den Schmuck.
Das Proveniershofje und das Waisenhaus
Das Proveniershofje aus dem Jahr 1555 liegt gegenüber der Grote Kerk. An demselben Ort standen vor 1555 die Häuschen der Beginen. Diese Ordensschwestern unterwiesen die Edamer Jugend und pflegten die Kranken. Vor einigen Jahren erfolgte eine gründliche Renovierung, und heute wird das Hofje von Senioren bewohnt. 1558, also vor mehr als 400 Jahren, stiftete der Priester Matthias Tynicy Matthiasz, dessen Name noch durch die Matthijs Tinxgracht weiterlebt, das Waisenhaus in der Grote Kerkstraat, in dem sich Mitte der achtziger Jahre das Sozialamt der Gemeinde befand. Wie das Gebäude vor dem Umbau am Ende des Jahres 1700 aussah, lässt sich jetzt kaum noch erkennen, aber der alte farbige Giebelstein, umrahmt von einem kleinen Tempel im imitierten griechischen Stil, schmückt immer noch die Vorderfront. Es sind darauf Waisenjungen abgebildet, die ein Schlagballspiel, „Kolfspel", spielen. Über dem kleinen Tor an der Seite der Matthijs Tinxgracht sind zwei Waisenkinder in einer Tracht zu sehen, die in friesischen Ortschaften noch getragen wird.
Der Spielturm
Der Spielturm ist ein Rest der im Jahr 1883 abgerissenen Onze Lieve Vrouwe- oder Kleine Kerk, die aus dem 15. Jahrhundert stammte. Die Kleine Kerk war ein spätgotisches Gebäude mit zwei gleich hohen Schiffen. Durch Verwahrlosung hatte dieses Bauwerk so sehr gelitten, dass nur der an den Turm anschließende Teil erhalten werden konnte. In ihm befindet sich die „Vereniging tot behoud van het IJsselmeer„ [Vereinigung zur Erhaltung des IJsselmeeres].
Die Kwakelbrücke
Die Kwakelbrücke am Ende des Schepenmakersdeiches – ein sehr beliebtes Motiv für Maler, Zeichner und Fotografen - ist eine der wenigen noch übrig gebliebenen Zugbrücken mit nur einer Klappe. Ein Joch teilt die herabhängende Kette in zwei Teile, hieran ist die Klappe befestigt. Diese Brücke ist schon sehr alt und ist schon auf der berühmten Edamer Karte von Johan Blaeu eingezeichnet.
Die Mühle
Die Mühle am Broekgouw (eine achteckige Mühle mit einem Inneneinschwenkwerk), mit einer Spannweite von 22 Metern, wurde aller Wahrscheinlichkeit nach im 17. Jahrhundert errichtet. Der Rumpf und die Haube sind mit Reet gedeckt. Früher diente sie zur Wasserstandsregulierung des Südpolders.
Grote Bult (Grosser Hügel)Das ist einer der ältesten Teile der Stadt, obwohl man das nicht mehr an der Bebauung erkennen kann. Hier können Sie auch das hochgelegene sogenannte ‘Dienaarssluisje' sehen.
An der rechten Seite dieser kleinen Schleuse liegt die sehr alte, aus dem 15. Jahrhundert stammende Schiffswerft, wo immer noch historische Schiffe auf der Helling restauriert werden.
Oudste Houten Huis (Das älteste Holzhaus) An der Ecke Eilandsgracht/Breestraat steht das „älteste Holzhaus“ von Edam.
Ganz besonders daran ist, dass dieses Häuschen die vielen Stadtbrände, von denen auch Edam heimgesucht wurde, überleben konnte. Auch die Vorschriften, die den Zweck hatten, die hölzernen Giebel durch Mauern aus Stein zu ersetzen, um den immer wieder auftretenden Bränden die Stirn zu bieten, sind an diesem Häuschen vorbeigegangen.
Das Gebäude ist ein in den Niederlanden äußerst selten vorkommendes Beispiel eines gotischen Holzhauses und wurde vermutlich um 1530 erbaut. Ein Zeichen dafür ist der alte Balken zwischen der Tür und dem Oberlicht, der mit einem niedergotischen Arkadenbogen und Rosetten verziert ist.
Mit Ausnahme des später angebauten Hinterzimmers aus Stein handelt es sich hier um ein vollständig aus Holz erbautes Haus, dessen Vorgiebel mit seinen nach oben und nach unten klappenden Fensterläden noch beinahe ganz im Original erhalten sind. Auch die Tür mit ihrem sehr schönen Schloss stammt vermutlich noch aus der frühesten Bauzeit. Das Haus wurde um 1980 gründlich restauriert.
Galerie/Museum Artimare
Dieses Gebäude wurde C.H. Peters entworfen, dem Reichsbaumeister, der auch u.a. für das Hauptpostgebäude in Amsterdam verantwortlich war. Er war ein Schüler von P.J.H.Cuypers, dem Architekten, der unter anderem des Reichsmuseums und des Hauptbahnhofs in Amsterdam erbaut hat, und das kann man auch deutlich sehen.
Das Gebäude hat Einflüsse aus der Neo-Rennaissance, Streben aus hellgelbem Sandstein und einem rechten Turm, was dem Gebäude einen besonderen Charakter gibt. .
Im Museum Artimare ist eine besondere Attraktion zu sehen über der Seejungfrau von Edam, das Seeweib, das bereits sechshundert Jahre lang durch die niederländische Kulturgeschichte geistert und in früheren Zeiten bis über die Grenzen hinaus ein bekanntes Phänomen war. Viele respektable Herren haben durch die Jahrhunderte hin über sie geschrieben, wozu Historiker, Ärzte, Prediger, Lehrer, Physiker und Philosophen gehörten.
Im Jahr 1403 wurde sie von zwei Milchmädchen gefangen und nach Edam gebracht. Später wurde sie dann von der Stadt Haarlem beansprucht.
Die spektakuläre und lebensechte Darstellung dieser mittelalterlichen Legende ist einen Besuch mehr als wert.
Fort EdamDas Fort bei Edam wurde zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts als nordöstlichster Teil des Festungsgürtels von Amsterdam erbaut und steht seit 1996 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Das Fortgelände mit seinen originalen alten Speichergebäuden und der Fortwärterwohnung, der Umgebung (das Schussfeld) und die umliegenden Polder (das Überschwemmungsgebiet) sind nahezu unberührt geblieben. Lange Zeit ist das Fortgelände nur begrenzt zugänglich gewesen, wodurch es sich zu einem einzigartigen Gelände mit großen kulturhistorischen und natürlichen Werten entwickeln konnte. Website Fort Edam.
Gemeenlandshuis (Amtsitz des niederländischen Wasserverbandes)
Am Ende des Schepenmakersdijk steht hinter einem Holzzaun „das Gemeenlandhaus“ aus dem Jahr 1785. Es besteht aus drei um einen Hof herum gruppierten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert.
Der Hof ist sehr farbenfroh mit den Wegen aus gelben und violetten Steinen, knallroten Geranien und auf Sockeln stehenden Standbildern, die die Jahreszeiten darstellen.
Führungen
Für Führungen, Käseverkostungen und weitere touristische Informationen über Edam verweisen wir Sie auf die Website der VVV-Edam.
Da sich nicht alles in Kürze schildern lässt, empfiehlt es sich, einmal einen Spaziergang durch Edam zu machen. Sie werden bemerken, dass hier im pulsierenden Leben der Gegenwart ein historisches Flair lebendig geblieben ist, das einzigartig ist und sich nur schwer beschreiben lässt.


